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Kleine Nachlese zum 4. Großwandertag „24 Stunden Potsdam-Havelland“ am 6.10.2018

Schwielowsees frisch gewählte Bür­ger­meis­te­rin Kerstin Hoppe suchte diesmal vom zurück­lie­genden Wahl­­kamp­f­tr­ubel  abseits ihrer Ge­mein­de Ent­span­nung, ließ aber aus der Ferne ihre besten Wünsche über­mit­teln. An ihrer Stelle begrüßte Wanderwartin Petra Rauschenbach vom Petz­ower Heimatverein die etwa 230 Wande­r­en­thu­a­sisten, die sich zum Start des 4. Groß­wan­der­tages „24 Stunden Potsdam-Havelland“  am Morgen des 6. Oktober vor dem Caputher Schloss versammelt hat­ten.  Hoppe und auch Werders Beigeordneter Christian Große, der vor Jah­res­frist der versammelten Wanderschaft noch hoch und heilig ver­sprach, sich 2018 unters wandernde Volk zu mischen, jedoch am Star­ttag un­auf­findbar blieb, ver­pass­ten indes schon am Beginn einiges. Die Or­ga­nisatoren hatten sich kurzerhand ent­schlossen, beim Count­­down für den Start der einzelnen Start­gruppen über 25, 50 und 100 Kilometer nicht nur einfach von 10 auf 0 her­unter zählen zu lassen.
 

Mit einer kleinen Anleihe bei Islands Fussball-Fans verlieh man dem E­vent den ersten Spaß­höhe­punkt, bevor überhaupt ein einziger Schritt gewandert war. Einer gab den „Schlag­mann“ und genauso schlagartig donnerte nach jedem 10-9-8…. ein hundert­faches Huh !!! über den Hof des alt­ehr­würdigen Caputher Schlos­ses, gegen das das Heulen von Sturm „Xavier“ vom vorigen Jahr nur ein laues Lüftchen gewesen schien. Derart körperlich, seelisch und moralisch gestärkt und mit ei­nem Grin­se­faktor von 99% ausgestattet, zogen die wan­dern­den Ge­sel­lin­nen und Gesellen schließlich um 9 Uhr vom Schlosshof. Kastellanin Petra Reichelt erleichtert und in der Gewissheit hinter­lassend, dass alle Ziegel auf dem Dach ihres Refugiums geblieben waren. War eben doch etwas sensibler als bei „Xavier“.

Offenbar hatte sich die wilde Ent­­schlos­­sen­­heit der Wander­ge­mein­de schon 2017 bis in die Wetter­zentrale zu Petrus herum­ge­sprochen und so zeigte der Gute sich dieses Mal von seiner Schoko­laden­seite, packte Sonnen­schein en gros aus, garnierte den mit reichlichen 20er Tem­pe­raturen und ließ selbst in der Nacht bei 16 bis 18 Grad die Stirn­lam­pe­njünger in den Pausen eher zum Wasser als zum warmen Tee greifen. Irgendwer hatte zudem auf der 100-Kilometer­strecke morgens zwi­schen 4 und 5 ein Gespenst durch Resau (den Ges­pens­ter­­ort!) ge­scheucht, welches aber mehr Wohl­wollen denn Schrecken verbreitete. Und selbst die obli­ga­torische, kultige See­fahrt für alle mit dem Damp­fer war diesmal lustig wie noch nie (warum, das wissen nur die Ein­ge­weihten).

 
Alles in allem wieder eine gelungene Veranstaltung, die vom Anfang bis zum Ende von der guten Laune aller Teilnehmer lebte. Kein Wunder, war doch auch diesmal wieder für alles gesorgt: Gute, erlebnisreiche Strecken, mit viel Liebe zur Heimat, zur Kulturlandschaft, organisiert, ausreichend Ver­pfle­gungspunkte, an denen es schmackhaftes Essen gab, versierte Wanderführer, ein Rundum-Service der vielen Ehrenamtler, bis zum Rück­hols­huttle, wenn es dann wirklich mal nicht mehr ging. Im märkischen Wald geblieben ist auch diesmal keiner, selbst bei der Wolfsdichte hier. Naja, und wenn Wolf, dann „Huh !“



......Ick bin der Wietkieker !